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12.04.1945 - 30.04.1945
12.04.1945 - 30.04.1945
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12.04.1945 
Roosevelt stirbt an einer Gehirnblutung, Vizepräsident Trumanwird Nachfolger 
Nachricht von Roosevelts Tod löst bei Hitler Euphorie aus,Goebbels glaubt an das Wunder der Vorsehung 
Hitler verleiht dem eingeschlossenen Breslauer Gauleiter Karl Hankedas "Goldene Kreuz des Deutschen Ordens" - eine Auszeichnung, die vornehmlichan Tote überreicht worden ist. 
Geheimverhandlungen in Bern mit Hitlernachfolger Admiral Karl Dönitz. Bern ! 
In einem Bericht an das Pentagon über die Berner Verhandlungensteht: "Admiral Doenitz was here for two hours..." [war hier fürzwei Stunden] 
 
Erzgebirgischer Volksfreund 
Eibenstock. Der städtischeSportplatz an der Pestalozzistraße wird in einen Kartoffelacker umgewandelt.In der Bretschneider-Kampfbahn ist der Boden dafür nicht geeignet. 

Vorsicht vor Tieffliegern! 
Aue. Es wurden gestern im ZwickauerBereich Personenzüge von Tieffliegern beschossen und auch im AuerKreis wurden bereits wiederholt Angriffe auf Züge und Straßenversucht. Wer Motorengeräusch hört, muß sofort in Deckunggehen. Wenn man das Flugzeug zum Tiefflug ansetzen sieht, ist es meistzu spät. 
Aue. Für die Brachlandaktionwird viel Dünger gebraucht. Keine "Pferdesemmel" darf ungenütztauf der Straße liegen bleiben. Die Kinder helfen sie sammeln.

13.04.1945 
Rote Armee erobert nach 6 Tagen Kampf die österreichische HauptstadtWien 
Amerikaner stoßen bis Jena, Gera und Halle vor 
Rote Armee startet in Böhmen zur Großoffensive 
3. US-Army: Alle Einheiten haben die gegenwärtig erreichtenLinien nicht zu verlassen und sich mit der Aufklärung des vor ihnenliegenden feindlichen Gebietes zu befassen.
Häftlinge der Außenlagerdes KZ Flossenbürg in Johanngeorgenstadt und Lengenfeld werden inRichtung CSR in Marsch gesetzt. 800 Häftlinge aus Lengenfeld erreichengegen 23.00 Uhr Wernesgrün, acht werden ermordet.  
Hilde Riedel stellt Kontakt zwischenantifaschistischen Gruppen in Stollberg her - führende Personen sind:  
PROLETARISCHE GRUPPE  
W. Riedel, H. Bley, G. Gräbner,E. Dittmann, E. Jacob, A. Scheffler, K. Stemmler, G. Junghanns, A. Grätz,F. Reuther  
BÜRGERLICHE GRUPPE  
Hotelbeseitzer W. Röhner, KaufmannH. Rimbach, Fahrradhändler K. Hermann, Zahnarzt K.  Jürgensmann,Superintendent Dr. Engel, Krimminalkommissar M. Hummel, Hauptmann Glattvom Wehrbezirkskommando 
 
14.04.1945  
Britische Verbände erreichenHamburg  
Amerikaner erreichen Bitterfeldund Dessau
KZ-Häftlinge rastenin Schönheide auf dem Turnplatz, 700 Häftlinge aus Zwickau kommenhinzu  
1550 Häftlinge werden überEibenstock und Wildenthal nach Johanngeorgenstadt getrieben - 44 Häftlingewerden von SS ermordet.  
In Schönheide wollen Bewohnerden Häftlingen Essen und Trinken geben - SS-Männer drängensie mit Waffen ab. Häftling A. Viehweg darf in seinem Heimatort Schönheidekeinen Kontakt zur Familie herstellen - er wird später bei Marienbadermordet. 
  
15.04.1945  
US-Truppen nehmen Halle und rückenbis Leipzig und Chemnitz vor
Häftlinge werdenaus Johanngeorgenstadt in die CSR geführt, auf dem Wege 50 ermordet.Das Lager Lengenfeld wird durch SS niedergebrannt.  
Schwarzenberg. Im Hotel Ratskellerwird eine Wehrmachtskampf-Kommandantur der Heeresgruppe Mitte - Schörner-Armee- eingerichtet.  

Radfahren auf der Autobahn ist jetztgestattet. Die Radfahrer müssen die in ihrer Fahrtrichtung links liegendeFahrbahn benutzen, also den Kraftwagen entgegenfahren und sich dicht anden Rand des grünen Mittelstreifens halten.  

Mehr Kartoffeln anbauen! SachsensLandvolk steht mitten in der Frühjahrsbestellung. Alles ist daraufausgerichtet, die Ernährung noch stärker als bisher auf Pflanzenkostumzustellen. Besonders der Anbau von Spätkartoffeln muß verstärktwerden, denn hier ergeben sich im Verhältnis zur Bodenflächedie größten Ernten. 
 

16.04.1945 
Hitlers letzter Tagesbefehl anSoldaten der Ostfront: Sie sollen jeden, der zum Rückzug auffordertsofort festnehmen und "nötigenfalls sofort umlegen".  
Washington Post berichtetüber eine Geheimkonferenz im State Department: Es wurde beschlossen,Deutschland nach dem Kriege zu remilitarisieren und zu einem Bollwerk gegendie Sowjetunion zu machen !
WILKAU-HASSLAU. Frauendemonstrationzwingt NSDAP-Ortsgruppenleiter zur kampflosen Übergabe der Stadt anUS-Army und verhindert Bombardierung.  
AUE: Gestapo erschlägt zweiHäftlinge auf der Deponie am Lumpicht. Wehrmachtsstandgericht verurteiltUnteroffizier Salzmann aus Bermsgrün zum Tode - Urteil  wirdsofort vollstreckt.  
ZWICKAU  
Kampfkommandant, Kreisleiter undPolizeipräsident haben einen Aufruf an die Einwohnerschaft erlassen,in dem es heißt: Die Arbeit in den Betrieben und im Wirtschaftslebenist überall fortzusetzen. Alle Betriebe haben ihrer geregelten Arbeitnachzugehen. Fliegeralarm und Entwarnung werden auch während des bestehendenFeindalarms in Zukunft ausgelöst. Feindalarm bleibt jedoch bestehen.Volksgenossen! Bewahrt Ruhe und Besonnenheit und haltet Disziplin! 
 
17.04.1945 
Ruhrkessel: Heeresgruppe B gibtWiderstand auf, 325.000 Soldaten in US-Gefangenschaft, OberbefehlshaberGeneralfeldmarschall Walter Model begeht Selbstmord
IRFERSGRÜN bei Zwickauvon US-Army besetzt, Ausgangssperre zwischen 18.00 und 06.00 Uhr, Bergleuteaus Steinkohlengruben erhalten Passierscheine.  
LENGENFELD:  
8 Uhr fährt der letzte Zugnach Falkenstein. Geschäfte und Post schließen.  
11 Uhr Bürgermeister übergibtOrt kampflos  an Amerikaner.  
13 Uhr Gefecht mit SS, anschließendFliegerangriff der Amerikaner - 20 Gebäude total zerstört, 336Beschädigungen  
US-Army besetzt Oberheinersdorf,Unterheinersdorf,  Schönbrunn, Waldkirchen, Wilkau-Hasslau, Haareund Vielau.  
WILDENFELS: Mit Schlagbaum wirdOrt aus amerikanischer Besatzungszone ausgegrenzt.  
AUE: Polizei-Oberwachtmeister Schönherrbestattet auf der Deponie Lumpicht die von SS ermordeten Häftlingeund kennzeichnet die Grabstellen für spätere Exhumierung undAufklärung.  
ZWICKAU: Von US-Army besetzt 
 
18.04.1945  
Sowjetische Truppen erreichenBrünn und stehen vor Breslau, US-Armee besetzt Stuttgart im Wettlaufmit den Franzosen  
US-Truppen erobern Düsseldorfund Magdeburg  
Spanische Regierung verbietetdeutschen Flugzeugen Landung auf spanischem Territorium
LENGENFELD : Flecktyphusbedroht vom ehemaligen KZ-Außenlager den Ort, Amerikaner leistenmedizinische Hilfe. SS und Wehrmacht provozieren Feuerwechsel, Ort wirdzum Kampfgebiet erklärt.  
WOLFERSGRÜN: US-Army besetztden Ort, vom Oberdorf wird der Ort heftig beschossen.  
LÖSSNITZ: US-Panzer ereichenaus Hartenstein die Stadt und verlassen sie wieder.  
ZSCHORLAU: wird zum Kampfgebieterklärt 
 
19.04.1945 
Leipzig wird von Amerikanernbesetzt  
Am Vorabend des 56. Geburtstagsvon Hitler kürt Goebbels im Rundfunk den Führer als Mann desJahrhunderts  
Gefechtsstand der 7. Armee derWehrmacht nach Platten im Erzgebirge verlegt, Oberbefehlshaber Generalvon Obstfelder - 170.000 - 200.000 Mann  
Hauptquartier in Teplitz-Schönau
LÖSSNITZ: BürgermeisterRudolf Weber übergibt den Amerikanern die Stadt; am Rathaus werdeneine amerikanische und eine französische Flagge gehißt.  

SCHNEEBERG: Vormittags Beschußdurch US-Artillerie, 12.30 Tieffliegerbeschuß durch US-Air-Forces,u.a. St.-Wolfgangs-Kirche zerstört.  
Bürger stürmen Rathausund hissen weiße Fahne, Demonstranten werden mit Waffengewalt auseinandergetrieben.  

AUE  
Die Reichspost bittet dringend,bis auf weiteres Briefe usw. nur im Orts- und Nahbereich der Postanstaltensowie nach solchen Orten auszuliefern, die mit Sicherheit mit der Eisenbahnzu erreichen und nicht feindbesetzt sind. Auskunft wird in Zweifelsfällenam Schalter I erteilt oder durch Fernsprecher. Die Rückgabe von Sendungen,die jetzt nicht befördert werden können, läßt sichnicht verbürgen. Das Postamt Aue erinnert weiter an die sofortigeAbholung der Militärrenten für Mai am Schalter 8. 
 

20.04.1945 
An seinem Geburtstag zeichnetHitler Volkssturmleute und Hitlerjungen mit dem Eisernen Kreuz aus  
US-Truppen besetzen Nürnberg  
Nordseedämme in den Niederlandenwerden von Deutschen gesprengt  
4 Armeen der weißrussischenFront treten aus Oderbrückenkopf zum Angriff auf Berlin an  
Rote Armee beginnt mit Eroberungvon Vorpommern und Mecklenburg 
 
SCHWARZENBERG. Notgeldfür den Landkreis wird gedruckt.  
AUE: Standrechtliche Erschießungvon zwei sowjetischen Zwangsarbeitern und des Gefreiten Bürger.  
ZWICKAU: 39 Antifaschisten wähleneinen Antifa-Ausschuß mit jeweils 6 Mitgliedern der KPD und 6 Mitgliedernder SPD. In allen Fabriken werden Betriebsräte gebildet. 
 
21.04.1945 
Cottbus und Bautzen werden vonRoter Armee besetzt  
Russische Artillerie beginntden Beschuß des Berliner Zentrums
STOLLBERG: Bürgermeisterlehnt das Hissen weißer Fahnen ab, US-Artillerie beschießtdaraufhin die Stadt. Widerstandsgruppen hissen weiße Fahnen, Bürgergruppeholt Vortrupp mit amerikanischen Panzern bis zur Stadtgrenze heran, US-Armyzieht sich abends zurück. In der Nacht erschießt eine SS-Gruppeden Bürgermeister.  

LÖSSNITZ  
Stoßtrupp unter HauptmannWenndorf erschießt den amtierenden Bürgermeister Notar Weber,der sich weigerte, die weißen Fahnen  einzuholen. Nachts wirdseine Leiche aus der Leichenhalle entfernt - erst nach dem 8. Mai wirdsie verscharrt aufgefunden.  
Der  Offizier  erklärtdanach dem amtierenden Oberbürgermeister von Aue, Max Poepel: ""Soebenhabe ich Ihren Kollegen in Lößnitz umgelegt."  

Erzgebirgischer Volksfreund  
Die Kriminalpolizei verwahrt einigegestohlene, abgeschlachtete Hühner. Geschädigte wenden sich andie Kriminalpolizei Aue, Goethestraße 1. 
 

22.04.1945  
Sowjettruppen besetzen BahnhofKöpenick, sie dringen nach Weißensee und Pankow vor  
Nach Serie von Selbstmorddrohungenbeschließt Hitler, Oberbefehl der Verteidigungstruppen in Berlinzu übernehmen  
In Moritzburg bei Dresden stirbtKäthe Kollwitz ( *8.7.1867 in Königsberg )
BRÜNLOS: SS erschießtim Wald Gerda Uhlig, Tochter des Besitzers des Hotels Goldener Adler, siehatte wiederholt öffentlich die Sinnlosigkeit des Krieges benannt.  

ERZGEBIRGISCHER VOLKSFREUND  
Zum Luftschutzgepäckgehören vor allem warme Kleidung und festes Schuhwerk. Was man amLeibe trägt, belastet den Koffer nicht und geht nicht verloren. Jedermuß sein Gepäck immer wieder sorgfältig überprüfenund alles Überflüssige entfernen. Alle Stücke müssenmit Namen und Anschrift versehen sein. Urkunden, Rentenbescheide, Lebensversicherungsscheineusw. führt jeder am besten ständig bei sich. Eine warme Deckewird zusammengerollt und am Luftschutzgepäck befestigt. Die ?eiserneRation? darf im Luftschutzgepäck nicht fehlen, ebenso nicht ein Eßbesteck.Neben Eßwaren muß im Luftschutz-Raum stets für frischesTrinkwasser oder sonstige Getränke vorgesorgt werden. Dabei denkejeder an die Möglichkeit, daß er einmal für kürzereoder längere Zeit verschüttet sein könnte. Für Säuglingeund Kleinkinder muß ausreichend Wäsche, Nahrung und Spielzeugbereitstehen. Das Luftschutz-Gepäck muß jederzeit griffbereitgehalten werden. 
 

23.04.1945 
KZ Mauthausen wird durch InternationalesRotes Kreuz übernommen  
Wegen Verrats wird Hermann Göringdurch Hitler aus allen Ämtern entlassen und von SS festgesetzt, derReichsmarschall hatte telegrafisch angefragt, ob er "die Gesamtleitungdes Reiches übernehmen" solle.  
In Berlin erscheint die ZeitungPANZERBÄR als Kampfblatt für die Verteidiger von Groß-Berlin- am 29.4. eingestellt 
 
AUE: StandrechtlicheErschießung des Gefreiten Bernatzky  

NEUOELSNITZ: SS ermordet die Familiedes Gastwirts Reich - sein Haus war Krankenrevier für Kriegsgefangene, Familie hatte wiederholt SS-Brutalitäten zu verhindern oder zu mildernversucht

24.04.1945 
OKW von Berlin nach Rheinsbergverlegt  
Himmler trifft erneut Graf Bernadotte,am 28.04. erfährt Hitler, Himmler habe Westalliierten Kapitulationangeboten.  
Der "Völkische Beobachter",Organ der NSDAP, stellt sein Erscheinen ein  
Engländer setzen fürdas Land Braunschweig eine deutsche Verwaltung ein - Staatsministerium
AUE:  
Erzgebirgischer Volksfreund  
 Beratung der Ratsherren  
"... wurde von berufener Seite einÜberblick über die militärische Lage im nahen Frontgebietgegeben. Weitere vertrauliche Ausführungen behandelten das verhaltendes Feindes in den besetzten Städten und die Haltung, welche Bürgermeister,Ratsherren und nicht zuletzt die Bürgerschaft dem Feinde gegenübereinzunehmen haben....  
Wer aus Angst um sein Hab und Gutweiße Fahnen aus dem Fenster hänge, ernte nicht nur die Verachtungdes Feindes, sondern gefährde sich und sein Habe in leichtsinnigerWeise. Die Wehrmacht habe Befehl, jedes Haus, das eine weiße Fahnezeigt, dem Erdboden gleichzumachen und die männlichen Bewohner zuerschießen. Wer die weiße Fahne hißt, hat sein Lebenverwirkt." 
 
25.04.1945  
Treffen bei Torgau.  
US-Soldaten und Rotarmisten treffensich an der Elbe, die Lücke zwischen West-und Ostfront ist geschlossenund Deutschland geteilt.  
Russen schließen den Ringum Berlin  
In Mailand scheitern Verhandlungenzwischen Moussolini und Partisanen zur Machtübergabe  
San Francisco: Vertreter aus50 Staaten beginnen mit der Gründungsversammlung für die VereintenNationen
AUE: Stadt wird zum Kampfgebieterklärt. 

Männer und Frauen von Aue!  
Erzgebirger !  

In ernster Stunde wenden wir unsan Euch. Unsere schöne Muldenstadt, die wir alle von Herzen lieben,ist in den frontnahen Raum gerückt. Das harte Gesetz des Krieges bestimmtnun auch ihr Leben.  

Wenn es das Schicksal will undunsere Stadt in die Front einbezogen werden sollte, dann wollen wir alsanständige und freie Deutsche unsere Pflicht erfüllen, wie esunsere Ehre fordert. In der Stunde der höchsten Gefahr wollen wirunser Volk und Vaterland nicht im Stich lassen. Es geht um unsere Frauenund Kinder, die uns vertrauen, und um unsere geliebte Heimat.  

Wer aber glauben sollte, daßer mit weißen Fahnen im Fenster sein Hab und Gut vor dem Gegner schützenmüsse, dem sei gesagt: Der Feind verachtet ihn, wie es das Beispielanderer Städte zeigt.  
Was an uns liegt, so könntihr versichert  sein, daß wir alles tun werden, um die StadtAue nach Möglichkeit vor Kriegsschäden zu bewahren. Dafürmüssen wir aber von einem jeden von Euch verlangen, daß er Disziplinund Ruhe bewahrt, nicht auf sinnlose Gerüchte hört und sich nichtzu unüberlegten Handlungen fortreißen läßt.  

Was die kommenden Tage auch bringenmögen, wir dürfen ihnen gefaßt entgegensehen. Als aufrechteErzgebirgler halten wir auch in schwerster Zeit unserem Volk und Führerdie Treue. Das gleiche wird auch von unseren evakuierten Gästen erwartet.  

Der Kreisleiter         Der Oberbürgermeister 
 

26.04.1945 
US-Army erklärt: Deutschlandsei nicht zum Zwecke der Befreiung, sondern als besiegter Feindstaat besetztworden  
Rote Armee besetzt Stettin
BERNSBACH: Unterrichtwird eingestellt und Schule als Flüchtlingslager eingerichtet.  

AUE  
Auf Anordnung des Kampfkommandantenwird in den Textil- und Schuhgeschäften nur auf Fliegerscheine verkauft. 
 

27.04.1945 
Engländer besetzen Bremen  
Österreich, dessen Bevölkerungsmehrheit1938 jubelnd sich dem Deutschen Reich anschloß, erhält eineprovisorische Regierung und ist wieder Republik  
Am Abend beginnt der Beschußder Reichskanzlei, Hitler hofft auf Entsatz
SCHNEEBERG: US-Artilleriebeschießt Stadt  
SCHLEMA:Nachmittags treffen 800 KZ-Häftlinge aus Richtung Hartenstein in zwei Kolonnen ein. SSsortiert 83 Häftlinge aus, die am Wald und auf dem Sportplatz erschossenwerden. Abends werden außerdem 18 Sowjetbürger in Massengräbernverscharrt.  

Erzgebirgischer Volksfreund  
Aue. HauptmädelführerinSchröter bittet, folgendes mitzuteilen: Die Jungmädel des StandortesAue stellen morgen, Sonnabend, um 15 Uhr am Haus der HJ. Die Führerinnenschaftkommt schon um 14 Uhr. Ich erwarte von euch, liebe Jungmädel, daßihr alle voller Stolz zu eurem Dienst kommt. 
 

28.04.1945 
Moussolini wird ohne Urteil erschossen  

Blutiges Ende zweier Diktatoren  
Nachdem der Duce auf der Fluchtins Veltlin den Verlust seiner Soldaten bemerkte, wollte er mit einem deutschenWehrmachtsverband in die Schweiz ziehen, Partisanen stoppten die Kolonne,die den Duce verhafteten und ihn zusammen mit seiner Geliebten Clara Petaccierschossen.  
Drei Tage später nimmt sichder Diktator Adolf Hitler zusammen mit seiner Geliebten Eva Braun das Leben,sein Nachfolger Dönitz meldet über den Rundfunk, daß derFührer im Kampf gefallen sei.  
BBC meldet, Himmler habe einKapitulationsangebot unterbreitet  
Daraufhin wird er durch Hitleraller seiner Ämter enthoben und aus der Partei ausgeschlossen, GeneralfeldmarschallRitter von Greim erhält den Auftrag, Himmler zu verhaften, er fliegtmit einer von Hanna Reitsch gesteuerten Maschine ab

ERZGEBIRGISCHER VOLKSFREUND  

Unser Feind Nr. 1  
Der Oberbefehlshaber der HeeresgruppeMitte, Generalfeldmarschall Schörner, hat einen Aufruf erlassen, indem es heißt:  
Die augenblickliche militärischeLage hat eine Scheidung der Geister gebracht. Charakterschwächlingeund Pessimisten sind ähnlich wie 1918 an die Oberfläche gespültworden. Diese ?im Wandel der Ereignisse schwankenden Zeitgenossen? glaubennunmehr, den Dreh gefunden zu haben: Sie sehen die alleinige Rettung inder politischen Lösung. Sie glauben, durch diplomatische Verhandlungenließe sich auf irgendeine billige Art in diesem Augenblick eine Wendeherbeiführen....  
Es steht außer Zweifel, daßgerade in diesem Augenblick ein dramatischer Wettlauf zwischen den Westmächtenund der Sowjetunion eingesetzt hat. Bleiben wir hart und schlagen uns biszur letzten Patrone, dann haben wir berechtigte Aussicht, bei diesem Wettlaufder beiderseitigen Interessen zu gewinnen....  
Aktivisten, schließt euchnoch enger zusammen ! Greift an aus jeder Lage! Seid vor allem aber rücksichtslosgegen die eigene Schwäche, gegen Müdgewordene und Laurige: packtsie an wie jeden anderen Feind; denn diese Schwachen sind heute unser FeindNr. 1. 
 

29.04.1945 
5 Uhr bricht der Telefonkontaktmit Berlin ab  
Hitler heiratet im Bunker EvaBraun. Anschließend diktiert er sein "politisches Testament", indem er Göring und Himmler aus der Partei ausschließt, er ernenntGroßadmiral Dönitz zum "Reichspräsidenten und Oberbefehlshaberder Wehrmacht".  
Hitler erfährt durch Radionachrichtenvom Tod Mussolinis und seiner Geliebten Clara Petacci.  
Deutsche Heeresgruppe C unterGeneral Alexander kapituliert in Italien  
Während Hauptkampfliniesüdlich von Hamburg verläuft, gewinnt der HSV ein Freundschaftsspielgegen Altona 93 mit 4:1
ANNELIES BORACK  

Und ich war damals genau zum Kriegsendein Scheibenberg. Wo es mir eine ganz einprägsame Erinnerung ist, weilder kleine Markt von Scheibenberg, von der Hauptstraße aus so eingroßes Karree, absolut voll Flüchtlinge und rückströmendeSoldaten waren. Gefangene, Tiere - das war, als guckst du auf son Filmausschnitt,wo eben ein Lager vollgepreßt mit Menschen ist. Und auf der Hauptstraßezog dieser Menschenstrom noch entlang. Und für diese Leute war jaschon jede Versorgung gefährdet, da lief ja schon nichts mehr.  
Und die Straße entlang- das vergesse ich nie - das war eben ein einziger Treck. Alles nur dieprovisorisch aufgebauten Wagen mit Flüchtlingen, zwischendrin Franzosenund dann die heimkehrenden Gefangenen sowieso, die die Deutschen noch zurückführten.Aber hier war dann plötzlich überall Schluß. Das zerteiltesich ohne Führung, strömte so in alle Richtungen weg. Aber hierhat sich alles furchtbar konzentriert. Das war wie ein Gürtel ringsum. Die Leute saßen hier auf der Straße und in Hallen. Und dieVerpflegung war das größte Problem. Und dann die Kälte.Daß eben auch viele untergebracht werden mußten, weil die Kältedieses Winters bis in den Mai  anhielt. 
 

30.04.1945 
Bei der Mittagsbesprechung erfährtHitler, daß die Russen am Potsdamer Platz und an der Weidendammbrückestehen.  
15.30 erschießt sich Hitler,seine Frau nimmt Gift. Ihre Leichen werden im Garten der Reichskanzleiverbrannt.  
US-Truppen besetzen München  
Keitel antwortet aus Rheinsbergauf Hitlers Frage nach Entsetzung der Reichshauptstadt telegrafisch: "SpitzeWenck liegt südlich Schwielow-See fest. 12. Armee kann daher Angriffauf Berlin nicht fortsetzen. 9. Armee mit Masse eingeschlossen. Korps Holstein Abwehr gedrängt"
KLAUS KNAUER. Schwarzenberg 
In der Stadt selbst gab es vieleFlüchtlinge, die hier irgendwie mit Zügen ankamen. Wir wurdenals Kinder damals schon angesprochen, mit dem Handwagen zum Bahnhof zukommen, um dann die ankommenden Flüchtlingsfamilien in die entsprechendvorgesehenen Quartiere zu geleiten.  
Auf den Straßen gab esnoch den Durchzug der deutschen Soldaten. Auch daran kann ich mich guterinnern. Durch die Stadt fuhren zu dieser Zeit viele Fahrzeuge, wir alsJungens konnten es nicht recht deuten. Das war damals hauptsächlichdas Fabrikat Steyer, also halbfertige Fahrzeuge ohne  Führerhausund Rahmen, ohne hintere Aufbauten usw. Heute wissen wir, daß daseben die letzte Produktion war damals vor dem Zusammenbruch, die aus Österreich kam.  
In den Wäldern ringsum warenüberall Materialien verstreut von den sich auflösenden Einheitender deutschen Wehrmacht - also Geschütze, Panzerfäuste, Fahrzeuge.Das war natürlich was für uns Jungs, ist ja klar. Obwohl wirheute wissen, wie gefährlich das war - es gab viele scharfe Munitionund es war kein Problem, da zu schießen. 
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